Welche KI-Kompetenzen sollten Unternehmen intern aufbauen und welche extern einkaufen?
Intern aufbauen: Prompting, Use-Case-Erkennung, Output-Bewertung, KI-Governance. Extern einkaufen: technische Implementierung, Architektur-Design, Spezialentwicklung. Die Faustregel: Was zum täglichen Arbeiten gehört, muss rein. Was einmalig gebaut wird, darf raus.
Die Make-or-Buy-Frage bei KI-Kompetenzen entscheidet über langfristige Handlungsfähigkeit. Wer alles extern einkauft, bleibt abhängig. Wer alles intern aufbauen will, verzögert den Start um Jahre.
Was intern gehört
Strategisches KI-Verständnis bei Führungskräften: Nicht programmieren können, sondern verstehen, was KI kann, was sie kostet und wo sie Grenzen hat. Das ist Chefsache und nicht delegierbar.
Prompting-Kompetenz in Fachabteilungen: Wer mit KI arbeitet, muss sie bedienen können. Prompting ist die neue Schlüsselkompetenz, so grundlegend wie Excel vor 20 Jahren.
Use-Case-Erkennung: Die Menschen, die die Prozesse kennen, erkennen auch die Potenziale. Kein Externer kann das besser als jemand, der den Prozess jeden Tag macht.
Output-Bewertung und Qualitätskontrolle: Halluzinationen erkennen, Fakten prüfen, Ton bewerten. Diese Kompetenz gehört zu jeder Person, die KI-Output weiterverwendet.
KI-Governance: Richtlinien, Datenschutzregeln, Compliance-Prozesse. Extern beraten lassen, aber intern verantworten und pflegen.
Was extern eingekauft werden kann
Technische Implementierung: API-Anbindungen, Custom-Integrationen, RAG-Pipelines auf eigenen Daten. Das ist Projektarbeit mit klarem Scope.
Architektur-Design: Welche Systeme, welche Schnittstellen, welche Infrastruktur? Architektur-Beratung lohnt sich, um teure Fehlentscheidungen zu vermeiden.
Spezialentwicklung: Eigene Agenten, komplexe Workflows, maßgeschneiderte Lösungen. Das braucht Expertise, die intern aufzubauen selten wirtschaftlich ist.
Initiale Schulung und Workshops: Der Einstieg in Prompting, Use-Case-Workshops, Hands-on-Sessions. Extern gut, weil frische Perspektive und Erfahrung aus anderen Organisationen.
Die Übergabe-Logik
Externe Unterstützung sollte immer mit Wissenstransfer verbunden sein. Wer nur „fertige Lösung" einkauft ohne zu verstehen, wie sie funktioniert, ist bei der nächsten Anpassung wieder abhängig.
Der Idealzustand: Externe bauen auf, interne übernehmen. Das dauert je nach Komplexität drei bis zwölf Monate pro Kompetenzbereich.
Die häufigen Fehler
Alles selbst machen wollen, obwohl die Expertise fehlt. Oder alles auslagern und dann merken, dass niemand intern weiß, wie das System funktioniert. Beides vermeidbar durch eine bewusste Aufteilung von Anfang an.