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Löst RAG alle Wissensprobleme von KI?

Nein. RAG ist nur so gut wie die eingespeisten Dokumente. „Garbage in, garbage out" gilt genauso. Schlechte Dokumentenqualität, falsche Chunking-Strategie oder unpassende Embeddings machen RAG-Systeme ungenauer, nicht präziser.

RAG ist heute das dominierende Muster, um generative KI mit Unternehmenswissen zu koppeln. Und es wird gerne als Wundermittel verkauft. Die Realität: RAG löst ein Problem und schafft mehrere neue.

Was RAG löst

  • Antworten auf aktuellem oder proprietärem Wissen statt nur Trainingsdaten
  • Zitations-Möglichkeit: Antworten mit Quellenangabe
  • Updates ohne Modell-Retraining: neue Dokumente indexieren reicht
  • Weniger Halluzinationen bei belegbaren Fakten

Was RAG neu schafft

Qualität der Quellen: Das System antwortet nur so gut wie die Dokumente, die es findet. Veraltete, widersprüchliche oder schlecht strukturierte Dokumente verschlechtern die Antwortqualität systematisch.

Chunking-Problem: Wie Dokumente in Stücke geschnitten werden, bestimmt, was gefunden wird. Zu große Chunks = unfokussierte Antworten. Zu kleine Chunks = Kontext geht verloren. Die richtige Chunk-Strategie ist aufwändig zu entwickeln.

Retrieval-Qualität: Das Embedding-Modell entscheidet, welche Dokumente als „relevant" klassifiziert werden. Schwaches Embedding = das System findet die falschen Dokumente und antwortet selbstbewusst falsch.

Evaluation: Wie testest du, ob RAG gut funktioniert? Ohne systematische Evals weißt du es nicht.

Kosten: RAG läuft pro Anfrage ab. Embedding, Vektor-DB, Retrieval, LLM, alles summiert sich.

Die Realitätsprüfung

RAG-Projekte scheitern selten am LLM. Sie scheitern an Dokumentenqualität, unklarer Chunking-Strategie und fehlender Evaluation. Wer RAG plant, plant zu 80 Prozent diese Dinge, nicht das Modell.

Zuletzt aktualisiert: 15. April 2026