Reicht ein guter Prompt für einen guten KI-Agenten?
Nein. Der Prompt (die Rolle) ist nur eine von sechs Agent-Dimensionen. Ohne Gedächtnis, Tools, Governance, Ziel-Definition und Abbruchbedingungen bleibt der Agent unzuverlässig, egal wie gut der Prompt ist.
Beim Chat reicht ein guter Prompt oft. Bei Agenten ist der Prompt die Grundlage, aber nicht ausreichend. Wer nur am Prompt schraubt, optimiert an einer von sechs Stellschrauben.
Die sechs Agent-Dimensionen
1. Rolle (Prompt): Wer ist der Agent, was ist seine Kernaufgabe, wie spricht er?
2. Gedächtnis: Was merkt sich der Agent zwischen Sessions? Welche Fakten über den Nutzer, welche abgeschlossenen Aufgaben, welche offenen Themen?
3. Tools: Welche Werkzeuge kann der Agent nutzen? Suche, Dateisystem, APIs, E-Mail, Kalender? Ohne Tools ist ein Agent nur ein langsamer Chat.
4. Ziele und Abbruchbedingungen: Woran erkennt der Agent, dass eine Aufgabe erledigt ist? Wann soll er aufgeben? Ohne klare Ziele laufen Agenten in Schleifen.
5. Governance: Welche Aktionen erfordern Bestätigung? Welche sind verboten? Welche Limits (Zeit, Kosten, Anzahl Schritte) gelten?
6. Monitoring: Wie wird das Agent-Verhalten protokolliert? Wer prüft? Welche Metriken zeigen Probleme?
Warum Prompt-Only scheitert
Ein perfekter Prompt ohne Tools macht den Agent zu einem schlauen Chatbot. Ein perfekter Prompt ohne Gedächtnis lässt ihn bei jeder Session vergessen. Ein perfekter Prompt ohne Governance macht ihn zum Risiko.
Die Arbeitsreihenfolge
- Ziel und Abbruchbedingungen definieren
- Benötigte Tools bestimmen
- Gedächtnis-Strategie festlegen
- Governance und Limits setzen
- Rolle und Prompt ausarbeiten
- Monitoring einrichten
Wer mit Schritt 5 anfängt, baut auf Sand.