Wie lang sollte ein System-Prompt sein?
Unter 500 Wörtern bleiben. Längere System-Prompts sinken in der Wirksamkeit. Schlanke System-Prompts schlagen aufgeblasene. Wer mehr sagen will, setzt auf klare Struktur, nicht auf mehr Text.
Die Versuchung ist groß: Wenn ein Detail wichtig ist, schreibt man es in den System-Prompt. Wenn ein Sonderfall eintritt, schreibt man ihn auch rein. Nach drei Monaten hat der System-Prompt 2000 Wörter, und funktioniert schlechter als vorher.
Warum lange System-Prompts schwächer werden
Sprachmodelle verteilen ihre Aufmerksamkeit über den Kontext. Je länger der System-Prompt, desto verwässerter die einzelnen Anweisungen. Widersprüche schleichen sich ein. Das Modell muss zwischen konkurrierenden Regeln gewichten, und trifft dann manchmal andere Entscheidungen, als man erwartet.
Dazu kommt: Jeder Token im System-Prompt kostet Geld und Zeit, bei jeder Anfrage aufs Neue.
Was in einen guten System-Prompt gehört
- Rolle: Wer bist du?
- Kernaufgabe: Was tust du?
- Stilregeln: Wie antwortest du?
- Nicht-Verhalten: Was tust du ausdrücklich nicht?
- Format-Defaults: Wie strukturierst du standardmäßig?
Was nicht in den System-Prompt gehört
- Projektspezifischer Kontext (gehört in den User-Prompt)
- Spezialfälle für einzelne Anwendungen
- Beispiele für jede denkbare Frage
- Lange Erklärungen, warum eine Regel existiert
Faustregel
Schreib den System-Prompt wie ein Einstellungsbriefing für eine neue Kollegin: präzise, klar, an die Kernaufgabe gekoppelt. Lange Handbücher liest niemand, auch das Modell nicht effektiv.