Spec-Driven Development
Auch bekannt als: Spec-First, Spezifikationsgetriebene Entwicklung
Spec-Driven Development heißt: Erst das Dokument, dann der Code. Aus einer Idee wird ein PRD (was und warum), daraus eine technische Spec (wie), daraus ein Plan in testbaren Schritten. Der Agent baut gegen das Dokument statt gegen eine vage Chat-Nachricht.
Ein Agent mit guter Spec liefert in einem Durchlauf, was ein Agent ohne Spec in zehn Iterationen nicht schafft. Das ist der größte einzelne Hebel beim AI-Coding, und er liegt komplett vor dem ersten generierten Code.
Der Ablauf
Idee → PRD: Aus der halbgaren Idee wird ein Product Requirements Document. Was wird gebaut, für wen, mit testbaren Akzeptanzkriterien. Wichtigster Schritt: den Agenten erst Rückfragen stellen lassen, dann schreiben lassen.
PRD → Spec: Die technische Spezifikation beantwortet das Wie. Datenmodell, Logik-Regeln, Schnittstellen. Bewusst getrennt vom PRD, damit Absicht und Technik nicht verschwimmen.
Spec → Plan: Zerlegung in Phasen mit testbaren Zwischenschritten. Jede Aufgabe endet mit einer Prüfung, die der Agent selbst ausführen kann.
Die zwei Regeln, die den Unterschied machen
Non-Goals positiv formulieren. Ein Agent kann nicht aus Auslassung schließen. „Do not implement multi-currency support" muss im Dokument stehen, sonst baut er es spekulativ ein.
Artefakte als Dateien ins Repo. PRD, Spec und Plan gehören ins Projekt (etwa unter docs/), nicht in den Chat-Verlauf. Der Chat vergisst, das Dateisystem nicht. Jede neue Session setzt auf den Dokumenten auf.