Einführung
Wie viel von KI-generiertem Code muss gelesen werden? Diese Lesson beantwortet die Frage über fünf Prüfinstrumente statt über eine Haltung. Lesen ist eines davon und das aufwendigste.

Die zwei verbreiteten Antworten
Auf die Frage, ob KI-generierter Code noch gelesen werden muss, gibt es zwei verbreitete Antworten. Die erste: jede Zeile lesen, weil nur so verantwortbar ist, was ausgeliefert wird. Die zweite: am Anfang für exakte Vorgaben sorgen, danach genügt das Ergebnis.
Beide Antworten haben einen belegbaren Kern und ziehen daraus den jeweils falschen Schluss. Für die erste gilt: Verantwortung ist nicht delegierbar, wer ausliefert, haftet. Als Verfahren skaliert sie trotzdem nicht, weil eine Änderung von mehreren hundert Zeilen in einem Durchgang nicht sorgfältig prüfbar ist.
Für die zweite gilt: Unklare Vorgaben sind die größte einzelne Fehlerquelle beim Bauen mit KI. Daraus folgt aber nicht, dass die Lösung vorab feststehen muss. Vorgaben werden beim Bauen präziser, und eine Vorgabe enthält keine Aussage darüber, ob sie eingehalten wurde.
Die These
Aus dieser Unterscheidung ergibt sich die Ordnung der Lesson. Wer „jede Zeile" fordert, setzt beim aufwendigsten Instrument an und überspringt die vier günstigeren. Wer auf Prüfung ganz verzichtet, nutzt keins davon.
Die Review-Leiter
Fünf Instrumente, sortiert nach Aufwand. Je weiter oben, desto teurer und desto seltener nötig.
| # | Instrument | Aufwand | Wer kann es |
|---|---|---|---|
| 1 | Kriterien vorher festlegen | niedrig | alle |
| 2 | Verhalten prüfen, bewusst kaputt machen | niedrig | alle |
| 3 | Maschine prüfen lassen | niedrig | alle |
| 4 | Die KI befragen | mittel | alle |
| 5 | Selbst lesen | hoch | mit Entwickler-Hintergrund |

Die Instrumente bauen aufeinander auf und werden von unten nach oben angewendet. Wer bei Instrument 5 beginnt, liest mehr und findet weniger, weil die vier Instrumente darunter genau die Fehlerarten abräumen, die beim Lesen erfahrungsgemäß übersehen werden.
Zwei Zielgruppen, ein Verfahren
Diese Lesson richtet sich an zwei Gruppen. Für Entwicklerinnen und Entwickler beantwortet sie eine Aufwandsfrage: wo sich Lesezeit lohnt und wo nicht. Für alle, die ohne Programmier-Hintergrund mit KI bauen, ist Lesen keine verfügbare Option. Vier der fünf Instrumente sind für beide Gruppen identisch, unterschiedlich wird es erst beim fünften.









