Die Grenze: Workflow oder Agent
Warum die meisten Agenten-Probleme Workflow-Probleme sind, wo die Grenze zwischen beiden verläuft und welche fünf Muster du kennen musst.

Das Angebot ist größer als der Bedarf
Wer heute ein Agenten-System plant, findet Kataloge mit einem Dutzend Architekturen. Die Praxis zeigt in die andere Richtung: Die erfolgreichsten Implementierungen nutzen wenige einfache Muster, die sich kombinieren lassen. Anthropic bestätigt das nach der Arbeit mit Dutzenden Teams. Die meisten Projekte scheitern nicht an zu wenig Komplexität, sondern an zu viel. Jede zusätzliche Schicht kostet Latenz, Geld und Debugbarkeit.
Daraus folgt die Grundregel dieser Lesson: Starte mit der einfachsten Lösung, die funktioniert. Füge Komplexität nur hinzu, wenn sie messbar bessere Ergebnisse liefert. Für viele Aufgaben reicht ein einzelner, gut gebauter Modellaufruf mit Retrieval. Ein Muster ist kein Qualitätsmerkmal. Es ist die Antwort auf ein benanntes Problem. Wer das Problem nicht benennen kann, braucht das Muster nicht.
Wer bestimmt den nächsten Schritt
An dieser einen Frage trennen sich Workflows und Agenten:
| Workflow | Agent | |
|---|---|---|
| Wer bestimmt den nächsten Schritt | Dein Code | Das Modell, in einer Schleife |
| Wann steht der Ablauf fest | Vor der ersten Eingabe | Erst zur Laufzeit, Schritt für Schritt |
| Stärken | Vorhersagbar, günstig, testbar, auditierbar | Trägt auch, wenn der Lösungsweg vorher unbekannt ist |
| Preis | Kann nur, was vorgezeichnet ist | Teurer, langsamer, schwerer zu debuggen |
Das ist keine Reifeskala. Workflows sind nicht die Vorstufe von Agenten, sondern eine eigene, oft bessere Wahl. Die Schleife selbst, der Agentic Loop, ist Thema von Vom Prompt zum Loop. Diese Lesson behandelt die Ebene darunter: die Muster, aus denen beide Seiten gebaut werden.
Die Landkarte: fünf Muster
| Muster | Was passiert | Nimm es, wenn |
|---|---|---|
| Prompt Chaining | Feste Stufen, jede verarbeitet den Output der vorigen | die Arbeitsschritte für jede Eingabe dieselben sind |
| Routing | Erst klassifizieren, dann in den passenden Spezial-Pfad | verschiedene Eingabe-Sorten verschieden behandelt werden müssen |
| Parallelisierung | Mehrere Aufrufe gleichzeitig, ein Schritt führt zusammen | Teilaufgaben unabhängig sind oder mehrere Blickwinkel zählen |
| Orchestrator-Workers | Ein Modell zerlegt zur Laufzeit und delegiert an Worker | erst die Eingabe zeigt, welche Teilaufgaben es gibt |
| Evaluator-Optimizer | Erzeugen, bewerten, nachbessern, in Schleife | es prüfbare Kriterien gibt und Nachbessern messbar hilft |

Die Reihenfolge ist keine Rangliste. Sie sortiert nach Kontrolle: Von oben nach unten wächst der Anteil, den das Modell am Ablauf hat. Bei Chaining und Routing steht jeder Pfad im Code. Bei Orchestrator-Workers entscheidet das Modell über die Zerlegung, und genau dort beginnt der Übergang zum Agenten. Die folgenden Steps gehen die Muster in dieser Reihenfolge durch. Am Ende stehen ein Prüfschema für die Entscheidung und ein reales System als Kombinationsbeispiel.
generateText, generateObject) und Zod-Schemas. Modell-IDs sind bewusst als Rollen benannt (KLEIN, STARK), weil die Rollenverteilung das Muster trägt, nicht die Modellversion.













