Einführung
Sechs Stufen vom einzelnen Chat bis zum Ablauf, der dich nur noch zur Freigabe holt. Diese Lesson zeigt, was du auf jeder Stufe tust und was du aufschreiben musst, um auf die nächste zu kommen.

Die meisten Menschen nutzen KI so, wie sie angefangen haben: ein Chatfenster, eine Frage, eine Antwort. Für vieles reicht das. Wenn dieselbe Arbeit aber jede Woche wiederkommt, bleibt der Aufwand gleich hoch, weil das Modell bei jedem Gespräch bei null beginnt und du ihm Hintergrund, Ton und Anspruch jedes Mal neu erklärst.
Zwischen diesem Einstieg und einem Ablauf, der ohne dich läuft und dich nur noch zur Freigabe holt, liegen sechs Stufen. Jede hat ihren eigenen Nutzen, ihre eigenen Handgriffe und einen typischen Punkt, an dem sie an ihre Grenze kommt. Diese Lesson geht sie der Reihe nach durch und zeigt für jede Stufe zwei Dinge: wie du sie gut nutzt und was du brauchst, um auf die nächste zu wechseln.
Die sechs Stufen im Überblick

| Stufe | Was die KI hier hat | Was du dafür baust | Wo die Stufe an ihre Grenze kommt |
|---|---|---|---|
| 1 · Dialog | Nur das, was im aktuellen Gespräch steht | Nichts Dauerhaftes | Jedes Gespräch beginnt bei null |
| 2 · Kontext & Arbeitsgedächtnis | Hinterlegtes Wissen über dich, dein Team, deine Aufgabe | Projekte mit Instruktionen und Dokumenten | Gleiche Aufgabe, unterschiedliche Vorgehensweisen |
| 3 · Methoden & Skills | Eine beschriebene Arbeitsweise für wiederkehrende Aufgaben | Skills, Vorlagen, Prüfschritte | Daten werden von Hand zwischen Systemen kopiert |
| 4 · Werkzeuge & Zugriff | Lese- und Schreibzugriff auf eure Systeme | Angebundene Werkzeuge mit abgestuften Rechten | Du stößt jeden Lauf selbst an und schaust zu |
| 5 · Delegation & Loops | Einen Auftrag mit Ziel, Grenzen und Prüfkriterium | Automatisierungen und agentische Abläufe | Ein Ablauf soll mehrere Arten von Arbeit erledigen |
| 6 · Orchestrierung & Gates | Spezialisierte Schritte mit festgelegten Übergaben | Rollen, Übergabeformate, Freigabestellen | Abstimmung und Fehlersuche werden aufwendig |
Was beim Aufsteigen passiert
Beim Wechsel auf die nächste Stufe passiert jedes Mal dasselbe: Etwas, das bisher nur in deinem Kopf lag, wird aufgeschrieben. Auf Stufe 2 sind es deine Rolle, deine Zielgruppe und dein Qualitätsmaßstab. Auf Stufe 3 die Schritte, die du bei einer Aufgabe immer gehst. Auf Stufe 4 die Systeme, die beteiligt sind, und was die KI dort darf. Auf Stufe 5 die Bedingung, unter der ein Ergebnis als fertig gilt. Auf Stufe 6 die Übergaben zwischen den Beteiligten.
Die Stufe gehört zur Aufgabe, nicht zur Person
Niemand steht als Person auf einer Stufe. Dieselbe Person kann ihren Wochenbericht auf Stufe 5 laufen haben und für eine einmalige Recherche bewusst auf Stufe 1 arbeiten. Ob sich der Aufstieg für eine Aufgabe lohnt, hängt an drei Fragen: Wie oft kommt sie wieder? Wie viele Menschen erledigen sie? Wie teuer ist ein Fehler?
| Aufgabe | Merkmal | Sinnvolle Stufe |
|---|---|---|
| Titel für einen Workshop durchspielen | einmalig | 1 |
| Kundenmails im eigenen Ton beantworten | täglich, eine Person | 2 |
| Angebote nach Hausstandard erstellen | wöchentlich, ganzes Team | 3 |
| Offene Tickets mit Kundendaten anreichern | täglich, Daten in zwei Systemen | 4 |
| Wochenbericht aus Vertriebsdaten | jeden Montag, gleiches Format | 5 |
| Ausschreibung beantworten: Recherche, Text, Prüfung, Freigabe | mehrere Fachrollen, hoher Einsatz | 6 |
Aufgabe: Schreib drei Aufgaben auf, die du regelmäßig mit KI erledigst oder erledigen könntest.
- Notiere zu jeder Aufgabe: Wie oft kommt sie vor? Wer erledigt sie außer dir? Was kostet ein Fehler?
- Ordne jede Aufgabe mit der Tabelle oben ihrer aktuellen Stufe zu. Maßgeblich ist, wie du heute arbeitest, nicht wie es sein sollte.
- Markiere die Aufgabe, bei der ein Aufstieg um eine Stufe am meisten bringen würde.
Behalte die Liste. Die Übungen der folgenden Steps setzen an diesen drei Aufgaben an.
Zeitaufwand: ~5 Minuten










